Oct 12, 2024
Das Atemwegsmanagement ist ein entscheidender Aspekt der medizinischen Versorgung, insbesondere im Notfall, in der Intensivpflege und bei chirurgischen Eingriffen. Die Sicherstellung freier Atemwege und einer ordnungsgemäßen Beatmung ist für das Überleben des Patienten von entscheidender Bedeutung, da eine Nichtbeachtung zu Atemversagen, Hypoxie, Hirnverletzungen oder zum Tod führen kann. Zur Behandlung der Atemwege stehen zahlreiche Techniken zur Verfügung, die jeweils auf den Zustand des Patienten, anatomische Gegebenheiten und das klinische Umfeld zugeschnitten sind. In diesem Artikel werden die wichtigsten Techniken für das Atemwegsmanagement, ihre Indikationen und die besten Praktiken für ihre Anwendung untersucht.
Das grundlegende Atemwegsmanagement umfasst nicht-invasive Techniken zur Aufrechterhaltung der Durchgängigkeit der Atemwege und zur Unterstützung der Beatmung. Dies sind die ersten Schritte im Atemwegsmanagement-Algorithmus und werden normalerweise in Situationen angewendet, in denen die Gefahr einer Verstopfung der Atemwege besteht oder die Belüftung beeinträchtigt ist.
Die Kopfneigungs-Kinn-Hebe- und Kieferstoß-Manöver sind einfache, manuelle Techniken, mit denen die Atemwege bei einem bewusstlosen oder halb bewusstlosen Patienten geöffnet werden. Diese Techniken helfen dabei, die Zunge vom hinteren Teil des Rachens wegzubewegen und so die Verstopfung der Atemwege zu verringern.
1) Kopfneigung-Kinnlift : Bei dieser Technik wird eine Hand auf die Stirn des Patienten und die andere unter das Kinn gelegt und der Kopf sanft nach hinten geneigt, um die Atemwege zu öffnen. Es ist wirksam bei Patienten ohne Verdacht auf eine Verletzung der Halswirbelsäule.
2) Kieferstoß : Bei Traumapatienten, bei denen eine Wirbelsäulenverletzung ein Problem darstellt, wird das Kieferstoßmanöver bevorzugt. Der Arzt legt beide Hände auf beide Seiten des Kopfes des Patienten und hebt den Kiefer nach vorne, ohne den Hals zu strecken.
Oropharyngeale Atemwege (OPA) und nasopharyngeale Atemwege (NPA) sind Zusatzgeräte zur Verhinderung einer Atemwegsobstruktion durch die Zunge. Sie sind nützlich, wenn einfache Manöver nicht ausreichen, um die Durchgängigkeit der Atemwege aufrechtzuerhalten.
1) OPA : Hierbei handelt es sich um ein gebogenes Kunststoffgerät, das in den Mund eingeführt wird, um die Zunge vom Rachen fernzuhalten. Es wird bei bewusstlosen Patienten ohne Würgereflex angewendet, da seine Einführung bei bewussten Patienten Würgen oder Erbrechen auslösen kann.
2) NPA : Dieser weiche, flexible Schlauch wird durch die Nase in den hinteren Rachenraum eingeführt und umgeht dabei etwaige Hindernisse durch die Zunge. NPAs können sowohl bei bewussten als auch bei bewusstlosen Patienten eingesetzt werden, auch bei solchen mit intaktem Würgereflex. NPAs sind besonders nützlich in Situationen, in denen der Mund des Patienten nicht geöffnet werden kann (z. B. Trismus). Nasopharyngeale Atemwege sind ein häufig verwendetes Gerät, das in Notsituationen, beispielsweise in der Armee, wirksam ist. Für Spezifikationen usw. können Sie sich an professionelle Hersteller wenden, beispielsweise an Hangzhou Bever Medical Die Mitarbeiter von Bever Medical Devices Co., Ltd. sind hilfreich, wenn Sie Fragen haben wie wie man einen NPA einfügt oder andere Fragen.
Beutel-Ventil-Maske (BVM) Beatmung ist eine entscheidende Technik im Atemwegsmanagement und wird häufig in Notfallsituationen zur Bereitstellung einer Überdruckbeatmung eingesetzt. Ein BVM besteht aus einem selbstaufblasenden Beutel, der an einer Gesichtsmaske befestigt ist und beim Komprimieren dem Patienten Sauerstoff oder Raumluft zuführt.
1) Atemstillstand oder Atemversagen
2) Unzureichende Spontanatmung (z. B. bei einer Opioid-Überdosis oder einem Herzstillstand)
3) Unterstützung während der Präoxygenierung vor der fortgeschrittenen Platzierung der Atemwege
1) Richtige Maskendichtung : Eine dichte Abdichtung zwischen der Maske und dem Gesicht des Patienten ist für eine wirksame Beatmung von entscheidender Bedeutung. Die Maske sollte Nase und Mund bedecken, ohne dass Luft austritt.
2) Zweihandtechnik : Wenn ein einzelner Retter das BVM verwendet, kann es schwierig sein, sowohl die Dichtigkeit der Maske als auch die Belüftung aufrechtzuerhalten. Effektiver ist eine Zweihandtechnik, bei der ein Retter die Maske hält, während ein anderer den Beutel zusammendrückt.
3) Belüftungsrate : Es sollte darauf geachtet werden, eine Hyperventilation des Patienten zu vermeiden. Die empfohlene Häufigkeit liegt bei einem Atemzug alle 5–6 Sekunden für Erwachsene und bei häufigeren Atemzügen für Säuglinge und Kinder.
Supraglottische Atemwegsgeräte (SADs) werden eingesetzt, wenn grundlegende Atemwegsmanagementtechniken nicht ausreichen, eine endotracheale Intubation jedoch noch nicht erforderlich oder verfügbar ist. Diese Geräte sitzen über den Stimmbändern und ermöglichen eine Belüftung, ohne in die Luftröhre einzudringen. Sie lassen sich leicht einführen und können in Notsituationen als temporärer oder Ersatz-Atemweg verwendet werden.
Die Larynxmaske (LMA) ist ein gängiges supraglottisches Atemwegsgerät, das in den Rachenraum eingeführt wird, wo es direkt über dem Kehlkopf sitzt. LMAs können sowohl im elektiven als auch im Notfall-Atemwegsmanagement eingesetzt werden, insbesondere wenn die Intubation schwierig oder erfolglos ist.
1) Einfacher und schneller einzuführen als ein Endotrachealtubus
2) Weniger traumatisch für die Atemwege
3) Nützlich sowohl im Notfall als auch im Operationssaal
Weitere supraglottische Geräte sind das i-gel und der King LT-D Airway. Diese Geräte sorgen außerdem für einen sicheren Atemweg und werden häufig von Ersthelfern und Sanitätern im präklinischen Bereich eingesetzt.
Endotracheale Intubation (ETI) ist der Goldstandard für das Atemwegsmanagement, wenn die Atemwege für eine langfristige Beatmung gesichert werden müssen. Dabei wird ein Schlauch durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre eingeführt, um sicherzustellen, dass die Atemwege frei bleiben und eine direkte Sauerstoffzufuhr zur Lunge möglich ist.
1) Versäumnis, die Atemwege aufrechtzuerhalten oder zu schützen (z. B. aufgrund eines veränderten Geisteszustands oder eines Traumas)
2) Unfähigkeit, mit weniger invasiven Techniken ausreichend Sauerstoff zuzuführen oder zu beatmen
3) Erwartete Atemwegsobstruktion (z. B. aufgrund von Schwellungen oder Verbrennungen)
1) Direkte Laryngoskopie : Hierbei wird ein Laryngoskop verwendet, um die Stimmbänder sichtbar zu machen und den Endotrachealtubus (ETT) in die Luftröhre einzuführen. Die richtige Positionierung des Patienten (Schnüffelposition) ist entscheidend für eine erfolgreiche Visualisierung.
2) Videolaryngoskopie : Die Videolaryngoskopie erfreut sich insbesondere bei schwierigen Atemwegen zunehmender Beliebtheit, da sie eine bessere Sicht auf die Stimmbänder ermöglicht und die Erfolgsquote der Intubation verbessert.
3) Rapid Sequence Intubation (RSI) : In Notfallsituationen wird RSI verwendet, um die Intubation zu erleichtern. Dabei werden sedierende und lähmende Medikamente verabreicht, um den Patienten bewusstlos zu machen und die Muskeln zu entspannen, sodass eine schnelle und kontrollierte Intubation möglich ist.
Sobald die Intubation erfolgreich ist, sollte die korrekte Platzierung des ETT mittels Kapnographie oder Röntgenaufnahme des Brustkorbs bestätigt werden. Die Beatmung und Sauerstoffversorgung des Patienten muss engmaschig überwacht und der ETT gesichert werden, um ein Verrutschen zu verhindern.
In seltenen und extremen Fällen, wenn alle anderen Atemwegstechniken versagen, ist eine chirurgische Atemwegsbehandlung erforderlich. Dies ist in der Regel eine letzte Maßnahme und wird durchgeführt, wenn weder Intubation noch supraglottische Geräte die Atemwege sichern können.
Koniotomie Dabei wird ein kleiner Einschnitt durch die Cricothyreoidea-Membran vorgenommen, um den Zugang zur Luftröhre zur Belüftung zu ermöglichen. Dieses Verfahren wird normalerweise in lebensbedrohlichen Notfällen durchgeführt, wenn andere Methoden des Atemwegsmanagements nicht durchführbar sind.
Tracheotomie ist eine definitivere chirurgische Atemwegstechnik, bei der ein Einschnitt in die Luftröhre vorgenommen und ein Schlauch eingeführt wird, um die Durchgängigkeit der Atemwege aufrechtzuerhalten. Dies wird typischerweise in kontrollierten Umgebungen bei Patienten durchgeführt, die eine langfristige mechanische Beatmung benötigen oder an obstruktiven Erkrankungen der oberen Atemwege leiden.
Die pädiatrischen Atemwege stellen aufgrund anatomischer Unterschiede wie einer kleineren Atemwegsgröße, einer größeren Zunge und einem höheren und weiter vorne liegenden Kehlkopf besondere Herausforderungen dar. Pädiatrische Patienten sind auch anfälliger für eine schnelle Atemwegsobstruktion. Techniken wie Beutel-Ventil-Masken-Beatmung, LMA-Einführung und Videolaryngoskopie werden häufig bei der pädiatrischen Atemwegskontrolle eingesetzt, erfordern jedoch spezielle Geräte in Kindergröße.
Traumapatienten leiden häufig unter komplexen Atemwegsproblemen, insbesondere wenn sie Kopf- oder Nackenverletzungen erlitten haben. Bei Verletzungen der Halswirbelsäule wird das Kieferstoßmanöver bevorzugt, um Nackenbewegungen zu vermeiden, und bei der Atemwegskontrolle müssen Vorsichtsmaßnahmen für die Wirbelsäule eingehalten werden. In Traumasituationen werden häufig Schnellsequenzintubation und Videolaryngoskopie eingesetzt.
Das Atemwegsmanagement ist eine entscheidende Fähigkeit in der Medizin. Je nach Zustand des Patienten und der klinischen Umgebung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Von einfachen Manövern wie Kopfneigung, Kinnheben und Kieferstoß bis hin zu fortgeschrittenen Eingriffen wie endotrachealer Intubation und Atemwegschirurgie müssen Gesundheitsdienstleister darauf vorbereitet sein, die geeignete Technik anzuwenden, um die Durchgängigkeit der Atemwege aufrechtzuerhalten und die Beatmung zu unterstützen. In allen Fällen sind Vorbereitung, richtige Technik und schnelle Entscheidungsfindung der Schlüssel für erfolgreiche Ergebnisse beim Atemwegsmanagement.