Welt-Parkinson-Tag:Verständnis von Harn- und Darmfunktionsstörungen bei Parkinson

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Welt-Parkinson-Tag:Verständnis von Harn- und Darmfunktionsstörungen bei Parkinson

Apr 10, 2026

Der 11. April ist der Welt-Parkinson-Tag, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Parkinson-Krankheit (PD) zu stärken – eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft.

Obwohl Parkinson vor allem für motorische Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamte Bewegungen bekannt ist, wirkt sich die Erkrankung auch erheblich auf das autonome Nervensystem aus. Dadurch können Störungen der Blasen- und Darmfunktion entstehen, die die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen.

 Parkinson

Warum Parkinson die Blasen- und Darmfunktion beeinflusst

Die Parkinson-Krankheit entsteht durch den Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen im Gehirn. Dopamin ist nicht nur für die Bewegungssteuerung wichtig, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der Signalübertragung zwischen Gehirn und den Organen, die Blase und Darm steuern.

Durch die Störung dieser neuronalen Signalwege kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Harnstörungen: Harndrang, häufiges Wasserlassen, Inkontinenz oder unvollständige Blasenentleerung
  • Darmstörungen: chronische Verstopfung und in einigen Fällen Stuhlinkontinenz

Zusätzlich tragen neurodegenerative Prozesse wie Lewy-Körperchen-Ablagerungen und eine autonome Dysfunktion dazu bei, dass diese Symptome bereits in frühen Krankheitsstadien auftreten können.

 

Häufigkeit von Harn- und Darmbeschwerden

Studien zeigen, dass nicht-motorische Symptome sehr häufig sind:

  • Bis zu 60 % der Patienten leiden unter Symptomen der unteren Harnwege (Harndrang, Frequenz, Entleerungsstörungen)
  • Etwa 30 % entwickeln eine Harninkontinenz
  • Rund 25–30 % haben Probleme mit Harnverhalt oder unvollständiger Blasenentleerung

Auch Darmbeschwerden sind weit verbreitet:

  • Mehr als 50 % der Patienten leiden unter chronischer Verstopfung, die teilweise bereits vor den motorischen Symptomen auftreten kann

Diese Daten verdeutlichen, dass autonome Dysfunktionen ein zentraler Bestandteil der Parkinson-Erkrankung sind.



Behandlung von Blasenfunktionsstörungen

Die Behandlung erfolgt meist stufenweise, abhängig vom Schweregrad der Symptome.

1. Verhaltens- und Lebensstilmaßnahmen 

  • Geplantes Wasserlassen (Blasentraining)
  • Reduktion von Koffein und Alkohol
  • Unterstützung der Mobilität (z. B. Toilettenhilfen, Haltegriffe)


2. Medikamentöse Therapie

  •  β3-Adrenozeptor-Agonisten (z. B. Mirabegron) zur Reduktion von Harndrang und Frequenz
  • Anticholinergika in ausgewählten Fällen, jedoch mit Vorsicht aufgrund möglicher Nebenwirkungen

 
3. Kathetergestützte Versorgung (bei Bedarf)

Wenn eine ausreichende Blasenentleerung nicht mehr möglich ist oder konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Katheterisierung notwendig sein:

  • Intermittierende Katheterisierung: regelmäßige Entleerung der Blase mittels Einmalkatheter
  • Dauerkatheter (Foley-Katheter): kontinuierliche Drainage bei medizinischer Indikation
  • Suprapubischer Katheter: langfristige Lösung über die Bauchdecke

Eine korrekte Anwendung sowie strenge Hygienemaßnahmen sind entscheidend zur Vermeidung von Infektionen.


 
 

4. Erweiterte Therapien

  •  Botulinumtoxin-Injektionen in die Blase
  • Neuromodulation (sakrale oder tibiale Nervenstimulation)


 

Zentrale Erkenntnisse

Harn- und Darmfunktionsstörungen gehören zu den häufigsten, aber oft unterschätzten nicht-motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit. Sie sind jedoch behandelbar und müssen die Lebensqualität nicht dauerhaft einschränken.

Durch eine Kombination aus Verhaltenstherapie, medikamentöser Behandlung und ggf. Katheterversorgung kann die Selbstständigkeit und Lebensqualität vieler Patienten deutlich verbessert werden. 


 

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Abschluss

Am Welt-Parkinson-Tag ist es wichtig, nicht nur das Bewusstsein für motorische Symptome zu stärken, sondern auch die oft übersehenen nicht-motorischen Beschwerden zu berücksichtigen.

Mit fortschrittlichen Behandlungsmöglichkeiten, besserer Aufklärung und geeigneten medizinischen Hilfsmitteln können Menschen mit Parkinson ein höheres Maß an Selbstständigkeit und Lebensqualität erreichen.

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