Mar 18, 2026
In Kontinenzpflegekliniken gehört die fehlende Drainage eines intermittierenden Katheters zu den häufigsten Fragen von Patienten. Das Problem tritt oft plötzlich auf – meist im Badezimmer, wenn der Patient erwartet, dass Urin fließt, aber nichts passiert. Die Blase fühlt sich voll an, der Katheter scheint korrekt eingeführt zu sein, dennoch stoppt der Abfluss oder beginnt gar nicht erst. In der Regel betrifft dies Patienten im ersten Jahr der Selbstkatheterisierung.
Aber keine Sorge: In den meisten Fällen ist das Problem mechanisch, verhaltensbedingt oder anatomisch bedingt und kein medizinischer Notfall. Um Ihre Sorgen zu verringern, haben wir einen praktischen Leitfaden zur Fehlerbehebung zusammengestellt.

Eine der Hauptursachen ist eine unvollständige Einführung. Urin gelangt nur durch die Öffnungen nahe der Katheterspitze in den Katheter. Befinden sich diese Öffnungen noch in der Harnröhre und nicht in der Blase, fließt kein Urin ab. Oft reicht es, den Katheter 2–3 cm weiter vorzuschieben, und der Urin beginnt sofort zu fließen.
Bei Männern sind nach dem Einführen etwa 10 cm sichtbar, bei Frauen etwa 2–3 cm.
Dies kommt häufig bei Patienten vor, die Katheter mit externem Gleitmittel verwenden. Das Gel kann die kleinen Öffnungen vorübergehend blockieren. Da die meisten Gleitmittel wasserlöslich sind, wird die Blockade in der Regel innerhalb von 30–60 Sekunden durch den Urin gelöst. Patienten können versuchen zu husten, da Husten den Bauchdruck erhöht und den Urinfluss unterstützt.
Wenn Sie sich darüber Sorgen machen, sind hydrophile Katheter eine gute Wahl, da sie dieses Problem deutlich reduzieren. Viele Fachkräfte bevorzugen daher hydrophile intermittierende Katheter bei Patienten mit häufiger Katheterisierung.
Wenn der Katheter nicht gerade verläuft, kann kein Urin fließen. Mögliche Ursachen:
Dies ist besonders häufig bei langen Männerkathetern (40 cm).
Mit der Zeit können sich Mineralien im Urin als Kristalle ablagern. Häufige Bestandteile sind:
Diese Ablagerungen können die Öffnungen teilweise blockieren, insbesondere bei Patienten mit:
Aus diesem Grund empfiehlt Ihr einmalkatheter hersteller in den USA ausdrücklich die Einmalverwendung.
Die Wiederverwendung von Kathetern erhöht das Risiko von:
Medizinische Anbieter betonen häufig sterile Einmalprodukte wie intermittierende katheter, um diese Risiken zu reduzieren.
Dieser Fehler tritt häufiger auf, als viele Fachkräfte erwarten.
Bei Frauen ist die Harnröhrenöffnung klein und befindet sich direkt oberhalb der Vaginalöffnung. Anfänger führen den Katheter manchmal versehentlich in die Vagina ein.
Wenn sich der Katheter leicht einführen lässt, aber kein Urin fließt, sollte er entfernt und mit einem neuen sterilen intermittierende katheter für frauen erneut versucht werden.
Ein Katheter, der in die Vagina eingeführt wurde, darf niemals wiederverwendet werden, da sonst Bakterien in die Blase gelangen können.
Das klingt offensichtlich, kommt aber häufig vor. Die Nieren produzieren kontinuierlich Urin, jedoch nicht immer in ausreichender Menge. Viele Patienten katheterisieren zu früh, bevor die Blase gefüllt ist.
Die typische Blasenkapazität bei Erwachsenen liegt bei 400–600 ml. Die meisten Fachkräfte empfehlen eine Katheterisierung alle 4–6 Stunden, sofern nichts anderes verordnet wurde. Wenn nur wenige Tropfen abfließen, ist die Blase möglicherweise noch nicht voll.
Katheter werden in der französischen Größe (Fr) gemessen. Übliche Bereiche sind:
Ein zu dünner Katheter kann unter Druck kollabieren, während ein zu großer Katheter die Harnröhre reizen und das Einführen erschweren kann. Fachkräfte passen die Größe oft individuell an.
Selbstkatheterisierung kann Stress verursachen. Wenn Patienten ihre Beckenmuskulatur anspannen, verengt sich der Schließmuskel der Harnröhre.
Empfohlene Maßnahmen:
Dieser Faktor wird selten erwähnt, ist aber sehr wichtig. Der Enddarm liegt direkt hinter der Blase.
Schwere Verstopfung kann:
In Rehabilitationszentren wird daher oft zuerst die Verstopfung behandelt. Ballaststoffe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind entscheidend.
Nach der Entleerung kann ein interessanter Effekt auftreten. Die Blase ist nicht perfekt rund, sondern hat eine trichterförmige Basis.
Ein Teil des Urins kann in unteren Bereichen verbleiben. Patienten bemerken manchmal, dass beim leichten Zurückziehen des Katheters noch mehr Urin abfließt.
Empfohlen wird:
Warnzeichen, die ärztliche Hilfe erfordern
Obwohl die meisten Probleme harmlos sind, sollten folgende Symptome sofort abgeklärt werden:
Dies kann auf eine Harnwegsinfektion (UTI) oder eine Verstopfung hinweisen.
Wie ein intermittierender Katheter funktioniert
Vor der Ursachenanalyse hilft es, den Ablauf zu verstehen:
Grundlegender Ablauf:
Nieren → Blase → Katheteröffnungen → Katheterschlauch → Auffangsystem
Für einen funktionierenden Abfluss gilt:
Wenn ein Glied dieser Kette gestört ist, stoppt der Urinfluss.
Wenn ein intermittierender Katheter nicht funktioniert, liegt dies meist an Einführtiefe, Position, kleinen Blockaden oder der Technik. Schon wenige Millimeter können entscheidend sein. Mit dem richtigen Wissen lässt sich eine zunächst stressige Situation in einen kontrollierbaren Teil der täglichen Blasenpflege verwandeln. Für Fachkräfte, Händler und Hersteller bleibt die Patientenaufklärung ebenso wichtig wie technologische Fortschritte.